Die
farbigen
Glasfenster
von
Tobias
Kammerer
schmücken
die
Ev. Stephanuskirche seit dem Umbau von 2001.
Für
viele
Gemeindeglieder
hauchen
erst
die
leuchtenden
Gelb-
und
Rottöne
der
Glaskunstwerke
dem
strengen
Betonbau
eine
Seele ein.
Bei
dem
Wandteppich
über
dem
Altar,
der
den
Blick
des
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ganz
automatisch
auf
sich
zieht,
handelt
es
sich
um
einen
Entwurf
von
Heinz
Diekmann.
Der
Künstler
verweist
mit
diesem
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Textilkunstwerk
in
abstrakter
Weise
auf
die
Geschichte
des
heiligen
Stephanus.
Ein
heller
Kreis
steht
für
den
ersten
Diakon,
der
auch
als
erster
Märtyrer
sein
Leben
für
den
christlichen
Glauben
gab.
Auf
dem
Teppich
erscheint
er
als
leuchtendes
Vorbild
und
überstrahlt
wie
eine
Sonne
die
vom
Licht
noch
unberührten
blauen
und
roten
Flächen.
Diese
beanspruchen
wie
ein
tiefes
Meer
den
größten
Teil
des
Teppichs.
Goldene
und
schwarze
Rankengebilde
erzwingen
ihren
Weg
nach
oben,
indem
sie
sich
an
starren
Stangen
hinaufwinden.
Allerdings
scheinen
diese
fest
vorgezeichneten
Bahnen
eher
am
Licht
vorbei
zu
führen.
Da
traut
man
den
runden
Gebilden
im
Zentrum
schon
eher
zu,
ihr
Ziel
zu
erreichen.
Zwar
hat
der
Künstler
auch
für
sie
eine
dunkle
Farbe
gewählt,
doch
scheinen
sie
eine
gewisse
Schwerelosigkeit
erreicht
zu
haben
und
der
Sonne
entgegen
zu
schweben.
Loslassen
und
nachfolgen – eine schöne Botschaft.
An
der
Nordwand
der
Stephanuskirche
befindet
sich
das
Wandrelief
„Paradiesgarten“.
Die
bekannte
Keramikkünstlerin
Beate
Kuhn
(1927-2015)
zeigt
hier
auf
16
einzeln
gefertigten
polychromen
Kacheln
einen
bunten,
fröhlichen
Paradiesgarten
mit
Adam,
Eva,
Apfelbaum
und
verschiedenen
Tieren
in
einer
vielgestaltigen
Landschaft.
Der
Künstlerin
geht
es
allerdings
nicht
um
eine
realistische
Abbildung
der
Paradiesbewohner,
sondern
vielmehr
um
ein
Spiel
mit
den
verschiedenen
Formen
und
Oberflächen
der
dargestellten
Kreaturen.
Käfer
in
Vogelgröße
haben
hier
ebenso
ihren
Platz
wie
Birnen,
die
in
Reih‘
und
Glied
am
Baum
hängen
oder
Pilze,
die
wie
bunte
Zwiebeltürme
über
die
Tierwelt
hinausragen.
Interessant
ist
besonders
die
Darstellung
der
Eva,
die
als
einzige
Figur
konkav
gearbeitet
wurde.
In
einer
kleineren
Arbeit
der
Künstlerin
zum
selben
Thema,
das
als
Vorlage
für
das
Kostheimer
Relief
gilt,
wurde
die
Evagestalt
noch
ganz
genau
wie
alle
anderen
Figuren
behandelt.
Vielleicht
wollte
Beate
Kuhn
mit
dieser
ungewöhnlichen
Umsetzung
besonders
darauf
hinweisen,
dass
Adam
und
Eva
jeweils
Hälften
eines Ganzen sind.
Das
Keramikrelief
wurde
von
Frau
Pilar
Becker
restauriert.
Die
Restaurierung
wurde
durch
Spenden
finanziert
und
vom
Zentrum
der
Verkündigung
der
EKHN
mit
1.000
€
bezuschusst.
Das
geplante
Anbringen
der
Schutzverglasung
wurde
verschoben,
da
die
Spendengelder aufgebraucht sind.
Wenn Sie unser Vorhaben unterstützen wollen, können Sie Ihre Spende auf das Konto:
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Evangelische Kirche in der Kostheimer Siedlung
Seit
über
50
Jahren
prägt
die
Evangelische
Stephanuskirche
mit
ihrem
weithin
sichtbaren
Glockenturm
den
Wiener
Platz
und
damit
die
Kostheimer
Siedlung.
Der
Entwurf
für
den
Sichtbetonbau
stammt
von
dem
bekannten
Architekten
Rainer
Schell.
Als
Vertreter
einer
modernen
Sakralarchitektur
konzipierte
er
das
Gebäude
konsequent
schlicht
als
Gegenpol
zu
dem
romantisierenden
Historismus,
der
damals
in
Wiesbaden
und
Mainz
vorherrschte.
Schell
selbst
beschrieb
sein
Anliegen
bei
der
Gestaltung
von
Kirchenbauten
einmal
so:
“Ich
versuche,
der
Gemeinde
das
ihr
angemessene
Gehäuse
zu
bauen,
den
einfältigen
Raum,
in
dem
sich
die
Gemeinde
in
Freiheit
einrichten
kann,
-
kräftig
und
lebendig
in
der
Architektur,
aber
ohne
sensationelle
und
laute
Töne,
mit
behutsamer
Gliederung
und
menschlichen
Maßen
-
innen
und
außen
-
mit
verständlicher
Ordnung
und eindringlicher Geste.“
Wandteppich
Glasfenster von Tobias Kammerer
"Paradiesgarten"
Keramikrelief von Beate Kuhn